Wandmalerei

Die 1998 im südwestlichen Eckzimmer des Schlosses Griebenow freigelegte Wandmalerei aus den 1720er Jahren besteht aus einem Kalk-Kasein-Gemisch. Das barocke Kunstwerk nimmt Bezug auf die Tobiasgeschichte aus den Apokryphen (weniger bedeutende Schriften) des Alten Testaments.

Dargestellt werden:

  1. Tobias d.J. mit einem geschulterten Riesenfisch aus dem Tigris in Begleitung des Erzengels Raphael auf dem Wege nach Medien
  2. Der Erzengel ist seinem gestrauchelten Begleiter behilflich
  3. Mit ausgestreckten Armen weisen Tobias und Raphael in Richtung ihres Reiseziels. In einiger Entfernung vor ihnen ein streunender Löwe
  4. Zwei Kartuschen mit unvollständiger Beschriftung
  5. Die einen Sonnenschirm haltende Braut des Tobias, Sara, reitet auf einem Kamel zu ihrer Hochzeitsfeier. In ihrer Begleitung zwei Diener, eine Rindergruppe, ein weiteres Kamel und zwei Viehtreiber
  6. Mehrere Palmen und Ölbäume
  7. Einige Laubfriese in waagerechter und senkrechter Anordnung

Über das Buch Tobias gibt uns die Heilige Schrift (Berlin 1911) wie folgt Auskunft:

Tobias d.Ä., ein gottesfürchtiger Mann aus dem Stamme Naphthali, wurde mit den Seinen und weiteren Bewohnern der Stadt Thisbe (Ober-Galiläa) um 900 vor Christi von den Soldaten des Assyrischen Königs Salmanasser nach Theben verschleppt. Der Verschleppte lieh dem Israeliten Gabael in der Stadt Nages in Medien (später Persien, heute Iran) zehn Pfund Silber.

Nach einigen Jahren erblindete Tobias d.Ä., daher beauftragte er seinen gleichnamigen Sohn, das verliehene Silber von Gabael wieder einzufordern. Auf der beschwerlichen Reise nach Medien wurde der Ausgesandte vom Erzengel Raphael (in Gestalt eines jungen Mannes) begleitet. Als die beiden am Ufer des Tigris entlanggingen, wäre Tobias d.J. fast von einem großen Fisch verschlungen worden, doch mit Hilfe seines Begleiters konnte er das schwimmende Untier überwältigen. Dem Fisch wurden Leber, Galle und Herz entnommen, um sie als Arznei zu nutzen.

Nachfolgend beabsichtigten die Reisenden bei Raguel, einem Mitglied aus dem Stamme Naphthali, einzukehren. Die einzige Tochter Raguels, Sara, hatte nacheinander sieben Männer geheiratet, die alle durch einen bösen Geist ums Leben gekommen waren. Die Kunde vom hohen „Männerverschleiß“ der jungen Frau war landesweit bekannt.

Als Raphael seinem Fürsorgebefohlenen nun erklärte, daß er Sara heiraten solle, geriet der Jüngling in große Furcht, doch der Engel sprach: „Fürchte dich nicht; denn dir war sie bestimmt von Ewigkeit, und du wirst sie erretten, und sie wird mit dir ziehen… Und als Tobias das hörte, gewann er sie, und seine Seele hing sich an ihr.“